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Walderdorff´sche Tongruben & Herz GmbHG & Co KG; D - 56412 Boden
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Die Geschichte vom verborgenen Schatz (cfi 8/2000) Große Tonlager auf 450 ha. 1970 erfolgte die Fusion zweier Firmen, die beide vor 50 Jahren gegründet wurden. Die Firma Walderdorff'sche Tongruben & Herz GmbH & Co. KG (WTH) hat ihren Sitz im Westerwald nördlich von Montabaur. Sie feiert in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen. Aber bereits 120 Jahre vor der eigentlichen Firmengründung begann die Vorgeschichte, als nämlich 1830 der Leitende Staatsminister im Herzogthum Nassau, Carl Wilderich Graf von Waldersdorff, das Gut Langwiesen zwischen Boden und Ruppach-Goldhausen erwarb. Er ahnte damals nicht, welche Schätze sich im wahrsten Sinne "darunter" verbargen. Er zahlte runde 100 000 Gulden und schuf die Basis für das Unternehmen, das jetzt jubiliert. Unter rund 250 ha Wald und Feld liegt ein 40 bis teilweise 100 m mächtiges Tonlager, das bergrechtlich überplant ist. Dieses gehört hauptsächlich zum Meudt-Niederahrer Becken mit Anbindung an das Goldhausen-Ruppacher Becken. Vor 50 Mio Jahren, im Tertiär, setzten sich tonige Sedimente in einem Binnenmeer ab - später wurden sie weitgehend durch Basalt überlagert. Die Geschichte des Westerwälder Tonbergbaus geht weit zurück. Trotzdem gab es in den Nachkriegsjahren einige Firmengründungen, die sich wohl auch auf Grund der guten Fachkenntnisse der Gründer etablierten und welche im Laufe der Jahre zu den "Großen" in der Region heranwuchsen. Eine davon ist die Firma Walderdorff & Herz, die sich aus den Firmen Josef Herz & Co und der Walderdorff´schen Tongruben GmbH bildete. Zufällig wurden beide Firmen unabhängig voneinander im Jahr 1949 gegründet, bei der Josef Herz GmbH startete Josef Herz die Aktivitäten. Sein Sohn Theo trat 1954 ins Unternehmen ein, musste aber bereits 1956 die alleinige Leitung übernehmen. Jetzt, mit 71 Jahren, kann er wahrhaft stolz auf sein Lebenswerk zurückblicken. Er hat sich bei Kunden, Mitarbeitern und Kollegen einen guten Ruf erworben. 1970 schlossen sich die beiden benachbarten Grubenbetreiber zur heutigen Firma zusammen. Die Gesellschafter sind Emanuel Graf Walderdorff und die Familien Herz und Schlotter. In diesem Jahr hat die dritte Generation Herz Verantwortung übernommen: Dr. Joachim Herz (43), der an der TU Berlin 1989 nach seinem Studium in Verfahrenstechnik promovierte, und sein Cousin Dipl-Ing Jürgen Schlotter. Das Unternehmen betreibt auf eigenem Gelände fünf Gruben. Die älteste, "Esther", wurde 1949 eröffnet. In ihr werden heute Röhrentone, weißfette und feuerfeste Tone abgebaut. Im Jahr 1950 förderte man daraus 127 t - 1952 waren es bereits 1800 t, alle von Hand durch 23 Mitarbeiter abgebaut. Im gleichen Jahr wurde ein Untertagebau in Bilkheim eröffnet, der an die tiefer liegenden gefragteren Tonsorten heranreichte. Mit "Anna" in Boden (hell brennende Sorten), "Stemmer" beim Hofgut Langwiesen (oben rot brennende Tone, darunter bis in 100 m Tiefe helle und fette Qualitäten) sowie "Born" und "Franziska" im nahe gelegenen Guckheim sind heute vier weitere Tagebaue im Unternehmen - die beiden Untertagebetriebe, die man am Anfang unterhielt, wurden schon recht früh eingestellt. Moderne Abbaugeräte erleichterten die mühsame Abraumbeseitigung, so dass man von oben an die Tonlager herankam. Heute liegt die Jahrestonnage bei über 300 000 t, die Firma beschäftigt 40 Mitarbeiter, das Abbau- und Reservegelände hat sich auf ca. 450 ha addiert. Man verfügt über überdachte Lagerkapazitäten von mehr als 11 000 m2, worin ca. 40 000 t gelagert werden können. In der Grube Stemmer wurde unlängst eine Trocken-Mahlanlage mit einer Pfeiffer-Mühle MPR 100 installiert, so dass auch Tonmehl hergestellt wird. Grobkörnige Qualitäten werden gezielt über eine Eigenbau-Schleudermühle erzeugt, Lieferformen sind in Big-Bags oder per Silowagen. Die Abnehmer für die Tone kommen aus vielen Branchen: Zierkeramik, Klinker, Ziegel, Röhren, Baukeramik, Feuerfest - aber auch als Abdichtmaterialien für Deponien und Teiche und zur Verfeinerung von Blumenerde werden bestimmte Qualitäten genutzt. Die Qualitäten sind, den "verworfenen" Verhältnissen im Westerwald entsprechend, unterschiedlich. So kann die Firma von den quantitativ bedeutendsten rotbrennenden Vorräten im Westerwald bis zu hell brennenden Tonen eine breite Palette bieten. Herrschen im Niederahrer Becken rote und feuerfeste Tone mit niedrigem Al2O3-Gehalt vor, ist das Goldhausener Revier für die fetten weiß brennenden Tone und Feuerfestqualitäten mit >42 % Al2O3 bekannt. Auf jeden Fall besitzt das Unternehmen dank des Kaufs durch einen Urahnen riesige Tonvorräte, die noch für Generationen reichen. Die Qualität der ca. 40 unterschiedlichen Sorten wird im übrigen von Keramik-Fachleuten im auf neuestem Stand befindlichen Labor chemisch, physikalisch und mineralogisch laufend überprüft. Die Zusammenarbeit mit Partnerfirmen im Westerwald und angrenzenden Bereichen erlaubt eine Produktpalette, die allen Bedürfnissen der Kundschaft gerecht werden sollte. |
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